Veranstaltungen

 

Rund um den Bericht politische Bildung 2002 gibt/gab es eine Reihe von Veranstaltungen, Fachtagungen und Vorträgen des Autors der Studie, auf die an dieser Stelle im Vorfeld hingewiesen wird. In dieser Rubrik und in der Rubrik "Beiträge / Disputation" finden Sie auch Referate, Präsentationen und/oder Eindrücke von diesen Veranstaltungen.

 

Stattgefunden:

Unabhängig der unterschiedlichen Sichtweisen und Einzelbewertungen der Ergebnisse bzw. Handlungskonsequenzen durch die Teilnehmer der u. g. Veranstaltungen, war bisher der verbindende Tenor aller Tagungen, dass es wichtig und notwenig sei, endlich eine durch des Berichtssystem politische Bildung 2002 geschaffene Datengrundlage für die gesamte Bevölkerung zu haben. Es sei wichtig, die Ergebnisse genau zu analysieren, über die Konsequenzen zu diskutieren und die vorhandene Datenbasis weiter zu pflegen, um die offensichtlich vorhandenen Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten zu nutzen. Ein weiteres Indiz für die vormals bestehende Lücke ist auch die große Resonanz (ablesbar z. B. an den Bestellungen), auf die der Bericht in der Bildungsträgerlandschaft, aber auch unter Fördergebern und Politikern trifft.

 

Besonders interessant erschien der Aspekt der Aktualität und die dazugehörigen Befunde, die deutlich für eine stärkere Berücksichtigung aktueller Brennpunktthemen in außerordentlichen politischen Lagen (z. B. 11. September) und damit eine flexiblere Angebotsplanung sprechen. So waren innerhalb von zwei Monaten nach den Terroranschlägen (und nur dann) die Bedürfnisse der Menschen nach besonderen politischen Bildungsangeboten (die einen Mehrwert gegenüber den Medienangeboten bieten) und damit auch die Chance für politische Bildner sehr groß, endlich einmal mit Menschen in Kontakt zu kommen, die sie sonst nicht erreichen und ihnen einen konkreten Nutzen zu bringen. Ferner überraschte die Teilnehmer der deutliche Marktvorteil der Volkshochschulen, der sich v. a. aus den durch die Befragten als wichtigste Auswahlkriterien ("Nähe des Veranstaltungsortes", "Überparteilichkeit" und "Bekanntheit des Bildungsträgers") angegebenen Aspekte erklären lässt. Verbunden mit der entsprechenden Bedürfnisorientierung in der Bildungsplanung eröffnet dies neue Wege aber auch ein Umdenken in der VHS-Arbeit. Die Landesreferenten waren sich darüber überwiegend einig.

 

Besonders hervorstechend waren auch hier der Aspekt der Aktualität, aber auch die Möglichkeit, das Potenzial politischer Bildung durch Bedürfnisorientierung und zielgenaue Dienstleistungsarbeit deutlich zu vergrößern. Die Teilnehmer waren sich darüber einig, dass es notwendig sei, über die sich aus den Befunden ergebenden Konsequenzen für die Struktur außerschulischer politischer Bildung in Deutschland und den Prozess der Bildungsplanung neu nachzudenken. Dabei wurden viele der ersten Schlussfolgerungen bzw. Handlungskonsequenzen, die im Bericht formuliert werden, angesprochen und zustimmend aufgenommen. Mit Spannung werde die Art und Weise des Umgangs mit den nun durch das Berichtssystem vorhandenen Daten in der Bildungspraxis gesehen: Ist das Fach dazu bereit, tatsächlich ernst zu nehmen, was die Bürger wollen und daraus folgend auch zum Umdenken in einigen Aspekten? Oder erweisen sich viele Bildungsplaner als resistent und bleiben dabei, selbst viel besser zu wissen, was für die Zielgruppe das Richtige ist (hier sei an das allgemeine Stichwort der "Belehrungskultur" erinnert). Zumindest sei es doch verwunderlich, dass erst jetzt diese wichtige Frage durch den Bericht politische Bildung 2002 aufgeworfen und erstmals konsequent in einem Forschungsprojekt umgesetzt wurde, das eine breite und wichtige (erste) Grundlage schafft.

 

"Das glaube ich nicht!" lautete der verzweifelte Ruf eines Teilnehmers, der ein Angebot zu einem als nachfragestark herausgestellten Themen gemacht hat, das allerdings kaum angenommen wurden. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass es eine Reihe von Determinaten gibt, die zusammenkommen, um ein erfolgreiches bzw. nachfrageorientiertes Angebot zu gestalten (was im Bericht auch an mehreren Stellen herausgestellt wird). Es müssen der richtige Inhalt, aber auch ein nachgefragtes Bildungsformat, der bevorzugte Bildungsträger, der geeignete Zeitpunkt, die entsprechende Zielgruppen, die ausreichende Werbung, die regionalen Spezifika etc. zusammenkommen; all das gilt es zu berücksichtigen und mit Blick auf die individuelle Situation eines Trägers genau aus den Ergebnissen herauszulesen. Hinzu kommt die Untersuchung des Umfeldes, denn eventuell wurde der Bedarf schon gut durch Konkurrenten in der Region gedeckt. Es reicht also nicht aus, das Top-Thema und vielleicht noch das Top-Bildungsformat zu nutzen oder sich ausschließlich auf die als leicht erreichbar identifizierten Nutzergruppen zu konzentrieren. Infolge dessen wurden auch baden-württembergisch spezifische Befunde bzw. Antwortmuster herausgearbeitet und besprochen. Ein Beispiel aus der späteren Veranstaltung in Niedersachsen verdeutlicht dies treffend: So bot eine Heimvolkshochschule ein Seminar zum 11. September an, das kaum nachgefragt wurde. Wie ist das vor dem Hintergrund des im Berichtssystem ermittelten hohen Bedarfs unmittelbar nach dem 11. September zu bewerten? Ganz einfach, denn das Angebot fand im März 2002 statt, also weit nach der im Berichtssystem ermittelten Bedarfswelle, die nach zwei Monaten wieder abebbte. Dies konnte anhand eines Zeitreihenvergleichs (Bedarfserhebung am Wochenende unmittelbar nach dem 11. September und einer weiteren zwei Monate danach im November 2001) nachgewiesen werden. Das richtige Angebot wurde also zum völlig falschen Zeitpunkt durchgeführt.

Die Teilnehmer ließen sich schließlich alle auf die vom Berichtssystem ausgehende Forderung zur konsequenten Orientierung an den Interessen der Bürger ein und beabsichtigten, die Erwartungen der Bürger nun in die Bildungsplanung einfließen zu lassen. 

Wie in den Veranstaltungen zuvor stieß auch hier die Frage der Aktualität auf ein großes Interesse und es stellte sich die Frage, wie damit umzugehen sei. Einig waren sich die Teilnehmer sich darin, dass man selbst umdenken und Spielräume schaffen müsse; allerdings sei dazu die Unterstützung der Zuwendungsgeber und eine andere Budgetplanung notwendig, da nicht mehr nur in langfristigen Planungszeiträumen gedacht werden könnte. Übrigens auch ein Befund, der in den - an einigen anderen Veranstaltungen beteiligten - Zentralen für politische Bildung zum Nachdenken anregte.

Interessiert wurde auch zur Kenntnis genommen, dass die Bürger offensichtlich einen Unterschied zwischen überparteilichen Einrichtungen und den Volkshochschulen machen. Besonders deutlich wird das bei dem Antwortverhalten der Menschen, die "sehr wahrscheinlich" ein Angebot zur politischen Bildung nutzen würden. Hier sind es die überparteilichen Einrichtungen, die den VHSen den ersten Rang streitig machen. Es wurde die Vermutung geäußert, dass das an einem regional sehr unterschiedlichen Image der jeweiligen VHS liegen könnte und an einem in der politischen Bildung oft noch verbreiteten interessengeleiteten Aufklärungshabitus.

Ein Fokus wurde auch auf die Frage der Orientierungshilfe gelegt. Die Ergebnisse des Berichts sprechen dafür, dass eine Orientierungshilfe als Metafunktion "über" der Bildungsarbeit stehen sollte (nicht zu verstehen als eine Orientierung, die man vorgibt, sondern eine interessenunabhängige Unterstützungshilfe mit einem Angebot aller Meinungen); dem ordnen sich die einzelnen Themen unter. Im Rahmen dessen findet dann beispielsweise auch die traditionelle Institutionenkunde ein größeres Interesse. Denn etwa 23% Menschen geben an, mehr Informationen zu den in den Nachrichten verwandten Begriffen zu benötigen. Allerdings kommt es dabei wesentlich auf die Vermittlungsform an. Das Falsche wäre es, an dieser Stelle ein Seminar anzubieten. Hier ist eher eine kompakte und abrufbare oder aufsuchende Vermittlungsform gefragt. An dieser Stelle wurde überlegt, wie diese Befunde in Überlegungen zum Ausbau einer kommunalen "Servicestelle VHS" einfließen könnten.

 

Interne Veranstaltung, in der die Ergebnisse und spezielle Fragestellungen für die Arbeit der HLZ besprochen wurden. Die Diskussionsergebnisse und Anregungen fließen in einen weiteren Prozess der Planungen für das kommende Jahr ein.

 

Es wurde den Schlussfolgerungen des Berichts weitgehend gefolgt und dafür plädiert, eine andere Bildungsarbeit anzustreben, die nicht nur Kursbezogen abläuft. Daher wurde der Landesverband der Volkshochschulen dazu aufgefordert, beim Land dafür einzutreten, hier Änderungen in der Förderpolitik herbeizuführen, damit auch andere - eher nachgefragte - Formen politischer Bildungsarbeit abrechenbar sind. Die Teilnehmer der Veranstaltung begrüßten den Bericht, nutzen die Ergebnisse aber zur Legitimation ihrer (zum Teil sehr unterschiedlichen und auch konträren) Sichtweisen und Belange.

Sehr verwunderte die "Konsumentenhaltung" der Bürger und ihre Bevorzugung kompakter Bildungsangebote. Was von den einen kritisch gewertet und abgelehnt wurde bzw. zu Stirnrunzeln führte, nahmen die anderen konstruktiv auf, da man eben an dieser Tatsache nicht vorbeikommen würde. Auch der Vertreter der Landeszentrale für politische Bildung sah eine Reihe von neuen Ansatzpunkten aber auch eine Bestätigung von einigen älteren Konzepten, die es für die aktuelle Situation zu modifizieren gelte.

Besonders die Gedanken und Ergebnisse zur Dienstleistungsfunktion politischer Bildung stießen in diesem Kreis auf Interesse und man war sich darin einig, hieran weiterarbeiten zu wollen.

Überrascht hat das "mittelmäßige" Abschneiden der Zentralen für politische Bildung bei der Frage der bevorzugten Träger. Auch wurde darüber diskutiert, warum die VHSen nicht immer mit überparteilichen Einrichtungen gleichgesetzt werden (s. Anmerkungen zur Veranstaltung in Baden-Württemberg).

 

Interne Veranstaltung mit dem Präsidenten, den Fachbereichsleitern und den Mitarbeitern der BpB, in der die Ergebnisse und spezielle Fragestellungen für die Arbeit der BpB besprochen wurden. Weitere Diskussionen und Überlegungen zum Bericht sind geplant.

 

Das  Thema Aktualität wurde sehr kontrovers diskutiert. Darf politische Bildung Emotionen in brisanten Lagen aufgreifen und hier Bildungsangebote machen? Können diese Angebote überhaupt erfolgreich sein? Ist sie aber nicht gerade hier gefordert; nicht nur weil sie mehr Menschen erreichen kann, sondern auch um Rationalität einzubringen und um Schutz vor Manipulation zu bieten? Was kann in diesem Zusammenhang und generell als eine Aktion zur politischen Bildung angesehen werden? Darf/sollte sich der politische Bildner vom Seminar als Bildungsform trennen zu Gunsten kompakterer Angebotsformen? Auch wenn die Meinungen über die Schlussfolgerungen zu den Ergebnissen auseinander gingen, wurde die Existenz des Berichts ausdrücklich begrüßt und man möchte sich nun an den Daten abarbeiten, und dabei zunächst das konkrete Potenzial von bis zu 10% ins Auge fassen.

 

Es ging in der von einzelnen sehr emotional geführten Debatte (sicher auch weil Zuwendungsgeber mit am Tisch saßen) um eine Kontroverse der Frage der Mission (vgl. zum Fachstreit auch Aufätze von Klaus Ahlheim und Wolfgang Sander), der zukünftigen Trägerstruktur und der Überprüfbarkeit politischer Bildungsarbeit. Darf es beispielsweise eine Statistik geben, die nachvollziehbar Köpfe zählt, um die eigene Arbeit bzw. Reichweite überprüfbarer zu machen oder sollen besser weiterhin Teilnahmefälle erfasst werden, die keinen Rückschluss auf Doppelteilnahme von einzelnen Personen zulassen? Es wurde deutlich, dass auch hier mit dem Bericht ein Nerv im Fach getroffen wurde. Evtl. lässt sich auch daraus der Umgang mit der Meinung der Bevölkerung erklären. So wurden unliebsame Ergebnisse durch eine Verstrickung in methodische Fragestellungen zur Seite geschoben, woraufhin man sich nicht auf die Erwartungen der Bevölkerung einlassen musste. Ein Beispiel: Man fokussierte sich auf die Frage, bei welchen Trägern die Bürger Bildungsangebote wahrnehmen würden und bestritt, dass politische Stiftungen als Einrichtungen der Parteien anzusehen sind oder ein kirchlicher Bildungsträger nicht als solcher hätte in der Abfrage ausgewiesen werden dürfen.

"Mit dem Jahr 2000 beginnt eine grundsätzliche Arbeit an der Programmerneuerung der deutschen Sozialdemokratie. Wir werden sie in Seminaren und Diskussionsveranstaltungen intensiv begleiten" (Thomas Meyer - Wissenschaftlicher Leiter der Akademie der Politischen Bildung der Friedrich-Ebert-Stiftung und stv. Vorsitzender der Grundwerte-Kommission der SPD - und Reinhard Weil - geschäftsführender Leiter der Akademie im Vorwort zum Jahresprogramm 2000 der politischen Bildungsarbeit in der Stiftung). Dieses Beispiel, von denen sich bei allen politischen Stiftungen einige finden lassen, die sogar bis hin zur Unterstützung von politischen Kampagnen durch die Bildungsarbeit reichen, verdeutlicht die Interessen(gruppen)gebundenheit und Nähe der politischen Stiftungen zu den Parteien. Dennoch bestritten die Stiftungen - und hier voran die Vertreter der FES (daher auch das o.g. Beispiel) - eben diese Nähe und eine tendenzielle Bildungsarbeit. Man sei keine Einrichtung der Parteien im formaljuristischen Sinne. Infolge dessen kritisierte man die Ergebnisse des Berichts, bei denen diese Einrichtungen wie auch die übrigen interessen(gruppen)orientierten Bildungsträger (Kirchen, Gewerkschaften Arbeitgeber) in der Gunst der Menschen nicht gut abschnitten. Der Bericht wurde folglich als "Kampfschrift" verstanden und die Angst wurde deutlich, etwas weggenommen zu bekommen. Dass dies keineswegs Absicht des Berichts ist - im Gegenteil -, wurde versucht, darzulegen, was aber auf Grund der Emotionalität der Kritiker nur schwer möglich war. Es geht nicht darum - wie es eine Teilnehmerin formulierte - Politikverdrossenheit mit den Umfragen zum Bericht zu schüren oder die interessengebundenen Träger an den Rand zu drängen. Allerdings muss man - will man die Bürger ernst nehmen - die Erwartungen der Menschen berücksichtigen, die diese in den Umfragen äußern. Wenn sich eben nur ein geringer Prozentsatz von Angeboten dieser Trägergruppen angesprochen fühlt, dann muss man als betroffener Träger und als Politikdidaktiker bzw. Zuwendungsgeber darauf reagieren und darf sich nicht hinter juristischen Spitzfindigkeiten verstecken, sonst trägt man in der Tat zur Politikverdrossenheit bei. Es geht um eine Arbeitsteilung zwischen interessengebundenen Trägern auf der einen und interessen(gruppen)ungebundenen Trägern auf der anderen Seite. Erstgenannte erfüllen die für die Demokratie besonders wichtige Aufgabe der Funktionselitenausbildung und den Anstoß von Dialogen zu den ihnen wichtigen gesellschaftlichen Themen (so wie etwa die Evangelischen Akademien mit Blick auf die Gentechnologiedebatte oder die Friedrich-Naumann-Stiftung zur Liberalisierung der Gesellschaft; die aber in eine ganz bestimmte Richtung weisen und bei der immer nachzufragen ist, wo die Grenze zur politischen Kommunikation erreicht ist). Die (abgesehen von der Bindung an demokratische Grundsätze) interessenungebundenen Träger, die nach den Befunden der Bevölkerungsbefragung die Masse der Bevölkerung ansprechen können, müssten sich dagegen auf die Breitenbildung konzentrieren - auch wenn sie ihre gesamtgesellschaftliche Aufgabe erst noch akzeptieren und Strukturveränderungen vornehmen müssen. Man könnte festhalten: Sorry, aber das sind nun mal die Ergebnisse. Ein Vertreter eines DGB-Bildungswerkes warb am Schluss dafür, die Ergebnisse des Berichts zur Kenntnis zu nehmen. Er sprach sich z.B. nicht davon frei, zumindest als tendenziös wahrgenommen zu werden - unabhängig davon, ob das DGB-Bildungswerk nun rechtlich Teil der Gewerkschaft ist oder nicht. Man müsse aber doch mit den Befunden zu den Einstellungen der Menschen arbeiten.

Schnell wurde deutlich, das es sich um grundsätzliche und noch nicht ausdiskutierte Fragen des Selbstverständnisses außerschulischer politischer Bildung handelte. Soll politische Bildung den Menschen Orientierung im Sinne einer an bestimmten Gesellschaftsbildern festzumachenden Bildungsarbeit geben (wofür viele aus dem Kreis eintraten, trotz eines Bestreitens eben dieser Gebundenheit als Träger) oder sie durch Anregungen und Hilfestellungen sowie den Einbezug aller Meinungen zu einem selbstbestimmten Urteil kommen lassen? Auch (an)diskutiert wurde die Frage, ob denn politische Bildung mit Information zu tun habe oder (ausschließlich) darüber hinausgeht. Kann ein politisches Informationsangebot auch mal nur Informationen (z.B. synopsenartig zu einen Politikfeld oder zur Bedeutung und zum Ablauf eines geplanten Volksentscheides) bedeuten? Nach Ansicht des Autors ja, denn Wissen und Informiertheit ist die Grundlage für Rationalität und Urteilsvermögen. Hinzu kommt, dass man den Menschen so eine Dienstleistung erbringen kann, die über die Medienbetrichterstattung hinausgeht und auch überhaupt nur mittels kompakter Informationsangebote mit einer Vielzahl der Bürger in Kontakt kommt. Aber auch der Bundesausschuss vertrat mal diese Ansicht (sah sie sogar als Hauptaufgabe politischer Bildung) - zumindest in einer älteren Stellungnahme zur politischen Bildung von 1988: "Man darf sich von politischer Bildung nicht alles versprechen. Ihre Hauptaufgabe besteht - im originären Sinn des Bildungsbegriffs - in der Vermittlung von Informationen über Inhalte und Wissenserwerb durch Dialog, die erst begründete Urteilsfindung des einzelnen ermöglicht."

In einer Sache war man sich abschließend einig: die Diskussion solle weitergehen, insbesondere in Bezug auf das Selbstverständnis (was darf politische Bildung, Wertgebundenheit, etc.). Die Freude der Teilnehmer auf eine erweiterte Diskussion des Selbstverständnisses politischer Bildung darf aber nicht dazu führen, dass sich das Fach auch weiterhin vornehmlich mit sich selbst und nicht mit den Zielgruppen beschäftigt. Wenn das durchbrochen würde, wäre ein wesentlicher Schritt getan, für den der Bericht eintritt. Festzuhalten bleibt, dass der Bericht bewusst als Database konzipiert ist und damit Interpretationsspielräume offen hält. Dem Leser soll es unter seinem spezifischen Blickwinkel möglich sein, die Daten zu interpretieren, sie zur Bildungsplanung zu nutzen. Durch den Bericht sollte erstmals die - auch in der Marketingdiskussion des Fachs vernachlässigte - primärdatenbezogene Marktforschung in den Blickpunkt gerückt und konsequent angewandt werden - also der Blick auf die Interessen der Bürger, für die man schließlich da ist; und hier aller Menschen und nicht nur der bisher erreichten.

 

Die Teilnehmer (allesamt Vertreter von etwa fünfzehn in Brandenburg tätigen alternativen politischen Bildungsträgern) begrüßten den Bericht, entwickelten eine Reihe von Gedanken, wie nun mit den Ergebnissen umzugehen ist und diskutierten Interpretationen zu brandenburgspezifischen Befunden. So ist festzustellen, dass sich in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt signifikant mehr Bürger für Bildungsformate aussprechen, die eine Verbindung aus politischer und kultureller Bildung bieten (Theater-, Kabarett- und Musikveranstaltung, Film im Kino, Ausstellung etc.). Dies erklärten sich die Teilnehmer aus der DDR-Vergangenheit heraus, in der große Teile der versteckten politischen Kultur und Kritik am System über kulturelle Angebote stattfanden und auch in den Betrieben eine Tradition der Kulturarbeit geschaffen wurde. Dieser ostspezifische Aspekt ist eine bisher auch in der Fachdiskussion um eine Verschmelzung politischer und kultureller Bildungsangebote vernachlässigte Perspektive. Auch heute lässt sich feststellen, dass die kulturellen Angebote auch wenn sie noch so schlecht seien, gut besucht würden. Insofern war man dankbar für die Ergebnisse (auch die zum Potenzial außerschulischer politischer Bildung, hier will man das mögliche Potenzial stärker ins Auge fassen), um damit bei Zuwendungsgebern argumentieren zu können. Auch das in Ostdeutschland festgestellte signifikant größere Interesse an elementaren Inhalten, die den unmittelbaren Lebensbezug aufweisen (Sozial- und Gesundheitspolitik; Umgang mit Behörden und Institutionen; Dinge, die in der Kommune ablaufen etc.), erklärte man sich aus der Geschichte und damit verbunden der soziodemographischen Entwicklung in Ostdeutschland. Das sogenannte Bildungsbürgertum sei in Westdeutschland (hier interessiert man sich eher für abstraktere Themen wie Werte- und Moralverständnis, Macht der Parteien, Funktionsweise von Wirtschaftsprozessen etc.) deutlich mehr vorhanden und gepflegt worden. Ähnlich ist es mit Blick auf die ausgewählten Träger. Mit einer Auswahlquote von 0,5% haben es die Parteistiftungen hier besonders schwer (im Gegensatz zu 7% im Bundesdurchschnitt). Auch dies sei wesentlich durch die Sozialisation und die größere Distanz zu den Parteien erklärbar. Man stelle aber auch fest, dass die Stiftungen (z.B. Heinrich-Böll-Stiftung), die o.g. kulturelle Aspekte aufgreift und sich nach außen nicht in Parteinähe begibt, deutlich mehr Zulauf in den Veranstaltungen aufweise als andere.

Der Vorschlag zur Schaffung von mehr Transparenz der Angebote und Träger mittels einer internetbasierten Kursdatenbank (in der alle Angebote aller Träger politischer Bildung erfasst sind) wurde aufgegriffen und weiterentwickelt. So schlugen die Teilnehmer vor, regionale Druckwerke (ggf. auch so kleinteilig, dass sie auf Regionen oder Städte wie Potsdam bezogen sind) herauszugeben, in denen alle politischen Bildungsangebote enthalten sind und die den Bürgern die Suche erleichtern, so politischer Bildung ein Gesicht geben helfen.

Man war sich darüber einig, dass man mehr Spezialisierungen bei Bildungsträgern fördern und zu einer stärkeren Arbeitsteilung gelangen müsse. Die Gedanken wurden unterstützt, dass die einen Träger (z.B. die VHS) regionale Bildungsarbeit machen, dabei raus zu den Bürgern gehen und Personen, die an mehrtägigen Veranstaltungen mit Übernachtungsmöglichkeit interessiert sind, an internatsbasierte Bildungsträger vermitteln (hier seinen aber auch neue Abrechenmodelle zu entwickeln, die den vermittelnden Trägern einen Anreiz böten). Überhaupt sei auch eine bessere Vernetzung mit den anderen Bildungsträgern wie zum Beispiel den politischen Stiftungen notwendig. Auch hier müsse man zu einer Arbeitsteilung im o.g. (siehe Veranstaltungsbericht zuvor) Sinne gelangen (die einen für die Breiten- und die anderen für die Elitenbildung).

Der Gedanke der Bürgerorientierung und der primärdatenbezogenen Marktforschung wurde begrüßt und die Idee entwickelt, in Brandenburg eine spezifische Befragung unter den ausländischen Mitbürgern durchzuführen, die eine wichtige Zielgruppe politischer Bildung in diesem Bundesland darstellen.

Über die Bedeutung und Gewichtung der kompakten Informationsangebote will man nachdenken, sie evtl. zur Vorerfahrung und ersten Berührung mit politischer Bildung stärker einsetzen und dabei den Menschen vermitteln, dass sie selbst auch einiges zu bieten haben, um so handlungsorientierte und den Teilnehmer stärker einbeziehende Bildungsangebote (Moderationsmethoden, Rollenspiele etc.) bekannter und nachgefragter zu machen.

Die Diskussion soll weitergehen und es sollen Gedanken entwickelt werden, wie die o.g. Aspekte und weitere (z.B. Task-Force verschiedener Träger zur Reaktion auf aktuelle Ereignisse) in Gesprächen mit der Landeszentrale weiterentwickelt und mit Blick auf Konsequenzen für Brandenburg diskutiert werden können.

 

Der Bericht politische Bildung 2002 wurde begrüßt und es werden weitere Gespräche folgen, um die Ergebnisse in den Marketingentwicklungsprozess des HVV einzubinden. Auch wird z.B. an der KVHS des Ldkr. Gießen eine Folgeveranstaltung als Mitarbeiterfortbildung stattfinden. In der Veranstaltung wurden verschiedene hessen- (z.B. unterschiedliche Bevorzugung von Bildungsformaten wie den dialogorientierten, die hier häufiger genannt werden als beispielsweise in Baden-Württemberg, wo man sich eher konsumorientierte Formate wie Vorträge wünscht) und gruppenspezifische (geschlechtsspezifisches Antwortverhalten etc.) Ergebnisse aus dem Bericht diskutiert und interpretiert. Es wurde auch hier über die notwendige Unterstützung der Zuwendungsgeber und der Landeszentrale für politische Bildung zur Umsetzung von Aktualitätsbezügen in der Bildungsplanung und einer Dienstleistungsfunktion diskutiert. Ebenso wurden die strukturellen Voraussetzungen und Gedanken zu deren Umgestaltung besprochen. Es wurde aber auch deutlich, dass es nicht immer einfach sein wird, verlässt man die Ebene der Fachbereichsleiter, die für politische Bildung verantwortlich sind (vgl. andere Veranstaltungen in den VHS-Landesverbänden) und wendet sich - wie hier in Hessen - den letztlich für die Ausrichtung des VHS-Programms verantwortlichen VHS-Leitern zu, die VHS für die politische Bildungsarbeit (alt oder neu) zurückzugewinnen (vor allem trifft das auf VHSen zu, an denen sich kein HPM für politische Bildung verantwortlich fühlt bzw. andere wirtschaftliche Interessen im Fokus der VHS-Leitung stehen). Die VHS muss sich ihrer Verantwortung bewusst werden, die ihr nicht nur durch den durch die Bürger vorgegebenen Marktvorteil, sondern viel mehr durch ihre Verpflichtung zu einer ganzheitlichen öffentlich verantworteten Bildung.

Eine Konsequenz aus der Veranstaltung war die Empfehlung der Leiterrunde zur Wiederbelebung des hvv-Arbeitskreises "Politische Bildung" im Rahmen des hessischen Marketing-Projekts.

 

Blickt man auf die sich durch den Bericht politische Bildung 2002 ergebende "Landkarte der Bedürfnisse und des Potenzials zur politischen Bildung", so stellt man fest, dass es in Thüringen es eine Reihe von Besonderheiten gibt. So unterscheidet sich das Antwortverhalten der Befragten in vielen Fällen signifikant von dem der restlichen Befragten aus den anderen Bundesländern (z.B. gibt es ein geringeres Potenzial für eine Dienstleistungsfunktion bzw. Unterstützungsangebote einer unabhängigen Stelle in Wahlkampfzeiten - auch wenn es noch deutlich vorhanden ist). Es lassen sich aber auch Unterschiede mit Blick auf die anderen ostdeutschen Bundesländer feststellen (z.B. ist die in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern auszumachende stärkere Aussprache für Bildungsangebote, die kulturelle Aspekte beinhalten, hier nicht vorhanden bzw. entspricht dem Bundesschnitt). Die Anwesenden nutzen die Ergebnisse, um diese in ihre Projektentwicklung einfließen zu lassen, um über Konsequenzen für ihre Einrichtungen und Interpretationen der Befunde nachzudenken. Dazu erhielten sie neben den Informationen im Vortrag und dem sich anschließenden Gedankenaustausch von den Veranstaltern jeder einen Bericht politische Bildung 2002 für die Planung ihrer Bildungsarbeit. Besonders diskutiert wurde der Aspekt der Aktualität und die Gefahr, eigene Erfahrungen mit einem Thema oder einem Format zu verallgemeinern. Diskutiert wurde beispielsweise, mit welchen Aktionen man in aktuellen Situationen reagieren könnte, was das für Situationen alles sein können und generell, wie man die Zielgruppenansprache und Transparenz verbessern könnte. Besonders in einem Kooperationsprojekt mehrer Träger wie dem in Thüringen sei es wichtig, über gemeinsame Datenbanken und eine Arbeitsteilung nachzudenken, so die Anregung des Autors. Denn es reicht nicht aus, nur ein sehr gut nachgefragtes Thema aufzugreifen, um ein Angebot erfolgreich zu machen. Dazu sei z.B. auch auf die im nächsten Veranstaltungsbericht noch einmal ausführlich dargestellte Beachtung verschiedener Determinanten in der Bildungsplanung hingewiesen.

Zu der von den Teilnehmern in Potsdam geäußerten Interpretation (geringer ausgeprägtes Bildungsbürgertum in Ostdeutschland und daher weniger Interesse an abstrakten Themen, die fernab der Lebensrealität sind) vertrat das Publikum eine andere Meinung. Ihrer Meinung nach ist dies auf eine Beschäftigung mit existentiellen Fragestellungen der Menschen in den Fünf Neuen Bundesländern zurückzuführen. Arbeitslosigkeit, Umbruch etc. seinen hier evidenter als in Westdeutschland und daher - der Bedürfnispyramide folgend - kümmere man sich auch eher nur um konkrete politische Fragestellungen, die das eigene Leben berühren. Hieran lässt sich verdeutlich, was im Bericht immer wieder betont wird: Der Bericht versteht sich als erster Schritt in Richtung primärdatenbezogene Marktforschung in der außerschulischen politischen Bildung. Es gilt weitere z.B. qualitative Untersuchungen anzustellen und durch Einzelinterviews Interpretationshilfen zu Unterschieden auf der o.g. Landkarte oder zu einer näheren Beleuchtung unterschiedlicher Zielgruppen oder Auswahlkriterien (z.B. Kostengrenzen von spezifischen Angebotstypen) herauszuarbeiten (siehe "Offene Frage" im Fazitteil des Berichts). Dies lässt sich noch ergänzen: So regte eine Teilnehmerin eine Untersuchung der Hintergründe des unterschiedlichen Antwortverhaltens zwischen west- und ostdeutschen Befragten aber auch innerhalb Ostdeutschlands an.

 

Der Bericht politische Bildung 2002 und die damit verbundene Bürgerorientierung wurde begrüßt, auch wenn die Problemwahrnehmung zum Teil unterschiedlich war: 1. Es wurde vom Publikum beklagt, dass in der Bevölkerung nur wenig Wissen über politische Prozesse etc. vorhanden sei (was übrigens auch durch verschiedene sozialwissenschaftliche Arbeiten untermauert wird). Hier war man sich auch mit dem Autor einig. Ein (inhaltliches und mit Blick auf die Reichweite vorhandenes) Versagen der politischen Bildung wurde dabei allerdings im ersten Schritt nicht festgestellt. Genau das sieht aber der Autor der Studie und unterstrich dies ausdrücklich. 2. Es wurde deutlich, dass man sich aus seinem Umfeld gedanklich herausdenken muss, um die Ergebnisse interpretieren und nutzen zu können. So konnten es die Anwesenden (keine Bildungsplaner, sondern Förderer und Mitglieder des Vereins, der das Bildungswerk trägt) nicht verstehen, dass sich nur so wenige Menschen bisher politisch bilden (hinzu kommt, dass in NRW ein geringeres konkretes und auch ein leicht geringeres mögliches Potenzial ermittelt wurde, als im Bundesschnitt). Man stellte dann allerdings fest, dass sie selbst allesamt politisch sehr interessiert und zum Teil engagiert sind und daher auch vor dem Hintergrund ihres persönlichen Umfelds eine andere Wahrnehmung haben. Ein weiteres Beispiel: Die Forderung, mit Informationsständen raus zu den Menschen zu gehen und z.B. ihrem Wunsch nach Information und auch der konsumorientierten Haltung gerecht zu werden (vorausgesetzt man will mehr Menschen erreichen) darf nicht missverstanden werden. So hat dies nichts mit den Informationsständen der Parteien zu tun, die ja i.d.R. gerade von Mitgliedern oder Sympathisanten besucht werden. Wie alle politischen Bildungsangebote, die auf eine Breitenwirkung und Orientierungshilfe abzielen, ist es wichtig den Menschen ein Angebot zu machen, die eben nicht an einen solchen Stand einer Partei kommen und sich damit auch in gewisser Weise öffentlich outen. Auch den Politikern sollte eine derartige politische Bildung, die durch überparteiliche und synoptische Bildungs- aber auch mal nur Informationsangebote versucht, Menschen zu erreichen, die sonst nicht von der Politik oder gar den Parteien erreicht werden, recht sein. Dadurch wird nicht nur ein Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch für die Politik deutlich. Eine solche Bildungsarbeit, die größere Reichweiten erzielt, weckt (ohne sich in den Sog der Interessen ziehen zu lassen) die Begehrlichkeit der Politiker und läuft damit weniger Gefahr, noch mehr in Bedrängnis zu geraten bzw. in Frage gestellt zu werden. Auch die Erfahrungen des Büdinger Kreis e.V. und der von ihm initiierten Gesprächsreihen zwischen Jugendlichen und Politikern zeigen dies. Nicht nur für die Zielgruppe und die Ziele politischer Bildungsarbeit ergibt sich ein (empirisch nachgewiesener) Nutzen und damit ein sinnvolles Bildungsarrangement. Mittlerweile fragen sogar Politiker von sich aus an, wann denn die nächsten Gespräche stattfinden (sie werden alle mit den Jugendlichen intensiv vor- und nachbereitet), weil auch sie einen Nutzen für sich erkennen.

Wenn einzelne Bildungsträger eine gute Nachfrage erzielen, ist das zum einen auf eine hohe Ausschöpfungsquote und gute Marktpositionierung in dem von ihm bedienten Segment (also auf eine gute Ausschöpfung des bisher nur gering genutzten Potenzials von 1-5%) zurückzuführen (so kann das Bildungswerk auf ein über lange Jahre aufgebautes Netz von Multiplikatoren zurückgreifen, die Teilnehmer rekrutieren) und zum anderen auf eine möglicherweise gute Arbeitsteilung zwischen den Bildungsträgern einer Region, die zu einem spezialisierten Angebot (einem Träger der auf Studienreisen spezialisiert ist) vermitteln oder mit diesem Kooperieren. Letzteres wäre ein generell noch stärker auszubauender Weg.

Begrüßt wurde der Marktvorteil, der sich für Träger ergibt, die nicht an Interessengruppen ausgerichtet sind, da sich das Bildungswerk selbst dazu zählt. Die Rolle der VHS wurde dagegen von den Teilnehmern stark kritisiert. Sie wende sich immer mehr von der politischen Bildung ab und ihre Angebote seien auch nur selten erfolgreich. Dennoch würden die Menschen zu ihr gehen wollen, wenn sie politische Bildungsangebote wahrnehmen würden. Der Autor schloss sich dem an, sah hier jedoch keinen Wiederspruch. Denn die rund 1.000 VHSen erfüllten wesentliche Kriterien, die den Bürgern wichtig sind: Nähe des Bildungsträgers und des Veranstaltungsortes, Bekanntheit des Trägers, Überparteilichkeit (zumindest in den meisten Regionen). Dies versteht die VHS allerdings noch nicht richtig einzusetzen, ebenso werde noch zu wenig auf die Interessen der Bürger geachtet (was sich nicht nur in wenig nachgefragten Bildungsangeboten, sondern vor allem in der Tatsache widerspiegelt, dass es eine Befragung wie die zum Bericht politische Bildung 2002 in den 50 Jahren der Geschichte politischer Bildung in Deutschland noch nicht gegeben habe).

Eine Frage, die (auch in anderen Veranstaltungen) gestellt wurde: Was können Sie uns denn nun konkret in unserem Fall für unsere Einrichtung empfehlen? Hierzu kann und soll trotz der umfangreichen Forschungsarbeiten und der vorliegenden großen Datenbasis keine allgemeinverbindliche Antwort geliefert werden. Denn es gibt keine Patenrezepte, die auf jede Einrichtung pauschal übertragen werden können. Die vorgelegt Database zeigt, dass es für die Programmgestaltung, die Ausrichtung der Bildungsarbeit und die Bildungsformate erforderlich ist, eine Reihe von strukturellen und soziodemographischen Daten der möglichen Interessenten zu beachten, um dann entsprechend die Angebote sowie die erforderlichen die Marketingaktivitäten zu gestalten. Die Bildungsprogramme müssen stärker an den Vorstellungen der Bürger orientiert werden und dies geht nur, in dem man genau darauf achtet, was diese sagen. Somit erfordert eine spezielle Antwort zu o.g. Frage, was man tun kann, um einen größeren Teilnehmerkreis zu erreichen, die genaue Analyse der Situation vor Ort unter Berücksichtigung der bisherigen Angebote, der Struktur und der Bildungsformate. Daneben muss gezielt anhand der Daten des Berichts analysiert/herausgearbeitet werden, welche Bedürfnisse und Wünsche die Bürger vergleichbaren Regionen haben, in der das Angebot offeriert werden soll. Denn die Ergebnisse aus dem Bericht verdeutlichen, dass die Bedürfnisse von Land zu Land bzw. auch innerhalb von Bundesländern je nach Stadtgröße, Lebensstandard, Familienstand usw. differieren. Dessen muss sich der Bildungsplaner jedoch bewusst sein. Ein Bildungsangebot, welches in Frankfurt am Main wunderbar läuft, muss nicht unbedingt auch von Bürgern in den ländlich strukturierten Gebieten Nordhessen bevorzugt werden. Bevor man jedoch vor leeren Stühlen sitzt, kann man durch eine der Programmplanung vorgelagerte Erhebung die Bedürfnisse erfassen und dann auch entsprechend planen und eventuell je nach aktuellen Lagen auch schon erkennen, ob ein zusätzliches Angebot Sinn macht. Der vorliegende Bericht zu den politischen Bildungsbedürfnissen der Bürger dokumentiert denn auch ein entsprechendes Bildungsbedürfnis, sofern auf die Wünsche stärker eingegangen wird. Daher ist er als Anregung zu einer intensiveren Beschäftigung mit den Kundenwünschen zu verstehen. Dabei gilt es immer zu beachten, dass verschiedene Determinanten zu berücksichtigen sind, um ein Angebot auch erfolgreich zu machen (der richtige Inhalt zum richtigen Bildungsformat, vom richtigen Bildungsträger angeboten, entsprechend kommuniziert u.s.w.). Es gilt also die jeweilige Situation eines Bildungsträgers, seine bisherigen Angebote, seine Außenwahrnehmung und Marktpositionierung, das Umfeld (Konkurrenz, Struktur der Bevölkerung etc.) genau zu untersuchen und dann die Erkenntnisse aus dem Bericht hinzu zu ziehen. Der Bericht ist als Database gedacht, die von jedem Träger aus seiner spezifischen Sicht heraus verwandt werden kann. Einige konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Nachfrage bzw. der Einstellung politischer Bildungsarbeit auf die Bedürfnisse der Bürger (Aktualität, Nähe des Bildungsträgers und des Veranstaltungsortes, Träger- und Kursdatenbank, Arbeitsteilung zwischen den Bildungsträgern etc.) und zur Veränderung der Arbeitsweise bzw. Struktur politischer Bildung außerhalb der Schule finden sich im Beitrag zum Bericht, der in der Ausgabe B-45/02 der Beilage (Aus Politik und Zeitgeschichte) zur Wochenzeitschrift "Das Parlament" erschienen ist. Bei diesen Schlussfolgerungen und Handlungsvorschlägen sind aber immer auch regionale Besonderheiten zu beachten, wie das o.g. Beispiel Thüringens zeigt.

 

Der Vortrag und die Diskussion in der Urania Berlin, an dem Bildungsträger und Interessierte der Bundeshauptstadt teilnahmen, beleuchteten das Potenzial politischer Bildung vor dem Hintergrund der dramatischen Kürzungen der Subventionen für politische Bildungsarbeit in Berlin. Politische Bildung gerät hier zunehmend unter Druck und daher stand die Frage der Argumentationshilfe anhand der Ergebnisse des Berichts im Mittelpunkt von Vortrag und Diskussion. Darüber hinaus wurden Strategien überlegt, wie politische Bildung attraktiver und auch weniger unter Druck geraten, wie evtl. die "Begehrlichkeit" der Politik geweckt werden könnte - also nicht eine Verwendung der Ergebnisse im Sinne eines "weiter so, nur eben mit besseren Argumenten", sondern mit einem Nachdenken über notwendige Veränderungen der eigenen Arbeit und ggf. bisherige Irrwege. Besonders interessiert waren die Teilnehmer daran, wie Zuwendungsgeber und koordinierende Stellen wie die BpB die Ergebnisse bewerten und ob sie zu Bewegungen bereit wären. Hier wurde darauf hingewiesen, dass man sich durchaus zu den Ergebnissen der Aktualität und der Dienstleistungsorientierung zu Gedankenspielen bzgl. der Unterstützung bereit erklärte. Dabei muss überhaupt beachtet werden, dass eine Bewegung in Gang geraten ist, die angestoßen durch den Bericht politische Bildung (sein für das kleine Fach enormer Absatz, die Nachfrage nach Fachtagungen und Vorträgen sowie die Presse- und Rezensionsresonanz, aber auch die von der BpB geplante Fachtagung zur Zukunft politischer Bildung) zur Diskussion und zum Nachdenken über politische Bildung führt. Hier gilt es, sich einzubringen. Auch wurde erstmals von Teilnehmern einer Veranstaltung darauf hingewiesen, dass politische Bildung versuchen müsse, durch neue Wege Finanzquellen zu erschließen (z.B. durch das Angebot geschlossener Seminare in der Bundeswehr etc.), die eine Alternative zum rein subventionierten Dasein aufbauen und offene Angebote mit tragen helfen. Hier wurden die Schlussfolgerungen begrüßt, die u.a. in der APuZ B-45/02 vom Autor vorgestellt wurden. Bemerkenswert war auch die positive Reaktion parteinaher Stiftungen und anderer interessen(gruppen)orientierter Träger, die sich im Gegensatz zur Veranstaltung beim BAP darüber Gedanken machten, wie man mit den Ergebnissen (an Interessengruppen gebundene Bildungsträger liegen in der Gunst der Bevölkerung für sich genommen im unteren Drittel, wenngleich sie sich zusammengenommen im Mittelfeld befinden) konstruktiv umzugehen habe. Hier wurden die Gedanken einer, die notwendige Funktionselitenbildung ergänzende, auf kompakte Bildungsformate aufbauende Breitenbildung, die die Bürger aufsucht und die Masse der Menschen anspricht, thematisiert und weitestgehend gefolgt, unter der Prämisse, dass sich auch die Arbeit der anderen Bildungsträger durch eine freiere Förderpolitik und Arbeitsteilung aller Träger erleichtert.

 

Es wurde u.a. über neue Lern- und Informationsformen (virtuelle und auch computerbasierte Informationsterminals, deren Aufstellung die KVHS Lich plant) und über die Abgrenzung politischer Bildung (Profilbildung, was gehört zur politischen Bildung, was sollte nicht dazu gehören etc.) diskutiert.

Beim Aspekt der Aktualität wurde von den Teilnehmern eine Beobachtung aus der Praxis ergänzt, die die Befunde untermauern: So sei bei den Angeboten, die von Kursleitern trotz niedriger Nachfrage sozusagen als "Steckenpferd" (unverständlicherweise) alljährlich angeboten werden, zu beobachten, dass sie plötzlich auf eine große Nachfrage stoßen wenn genau der hier behandelte Sachverhalt an Aktualität (sei es durch Medien vermittelte oder tatsächliche lebensbezogene Aktualität) gewinnt. Das könnte man sehr gut anhand der Entwicklung der Teilnehmerzahl nachvollziehen. Beispielsweise seien Seminare zur EU erst vor der Euro-Einführung so richtig in Fahrt gekommen (vorausgesetzt, sie nahmen darauf Bezug). Ähnlich könnte es nun Anfang 2003 mit NATO-Seminaren sein.

Die LAG Arbeit und Leben berichtete, dass sie als Bildungsurlaubsanbieter allgemein eine gute Nachfrage erziele, was allerdings sehr wahrscheinlich darauf zurückzuführen sei, dass sie einer der noch wenigen verbleibenden Anbieter sei und damit dieses Marktsegment bedienen könnte. Hier wurde wieder deutlich, wie wichtig es wäre, eine Arbeitsteilung in der Trägerschaft vorzunehmen. Die einen, die sich auf dienstleistungsorientierte, kompakte und lokale Informations-/Bildungsarbeit konzentrieren und für tiefergehende mehrtägige Veranstaltungen keine Kapazitäten vorhalten; speziell Interessierte einfach weitervermitteln an die darauf spezialisierten Träger.

Einzig Angebote zum Wahlkampf seien im Bildungsurlaubsangebot nicht gut gelaufen, was die Teilnehmer auf Grund der im Bericht ermittelten Nachfrage zunächst verwunderte. Allerdings muss man hier zu den Rahmenbedingungen feststellen, dass der Bildungsurlaub als Format nur wenig nachgefragt ist und mit Arbeit und Leben ein gewerkschaftsnäher Bildungsträger Angebote machte, von dem sich nur ein bestimmtes Segment angesprochen fühlt. Hinzu kommt, dass sich die große Nachfrage der Bürger auf synopsenartige Angebote richtet, die wenig zeitintensiv sind, ihnen einen Überblick und eine Orientierungshilfe geben. Man stellte fest, dass all dies auf die stattgefundenen Angebote im Bildungsurlaub nur bedingt zutraf.

Besonders hervorstechend war bei der Fortbildung aber dieser Aspekt: Von dem Leiter der KVHS Vogelsberg wurde die Initiative "Gesicht zeigen gegen Gewalt – Vogelsberg weltoffen und tolerant" vorgestellt und mit dem Wunsch der Überprüfung anhand der Ergebnisse des Berichts verbunden. Die Sozialkampagne wurde nach den rechtsextrem motivierten Gewalttaten 2000 ins Leben gerufen. Sie soll Zeichen setzen und zu einer anderen Kultur beitragen, in der es auf Grund des entstehenden Klimas bzw. Sozialdrucks einzelnen schwer fällt, intolerant zu handeln. Die Kampagne besteht aus einer Plakatserien, Flyern, Presseartikeln und Informationsblättern, die in vielen Geschäften auslagen. Zudem wurden Informationsstände eingesetzt, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, Seminare, Kundgebungen und Informationsveranstaltungen durchgeführt. Vor der Kampagne sei politische Bildung mit ähnlicher Ausrichtung kaum nachgefragt gewesen, nun liefen die zwei Seminare ganz gut und die Informationsveranstaltung (die mit dem Auftritt einer Musikgruppe verbunden war) besuchten sogar 200 Personen. Die Vereine beteiligten sich auch an dem Netzwerk und eine engagierte Gruppe von etwa 18 Bürgern, die aus einer Zukunftswerkstatt hervorgetreten ist, trägt die Bildungsaktivitäten weiter, will z.B: Ausstellungen in die Region holen.

All diese Erfahrungen sind auf Grund des Berichts nicht verwunderlich. Im Berichtssystem politische Bildung 2002 wurde ermittelt, dass interkulturelle Bildungsangebote bzw. Angebote gegen Extremismus nicht in großem Maße nachgefragt werden und im Bericht wird daher gefordert, hier andere Formen wie Sozialkampahnen einzusetzen, um an die Menschen ranzukommen - eben nicht einfach nur offene Kursangebote, da diese auf eine zu geringe Nachfrage treffen (vgl. u.a. S. 141 ff. im Bericht). Die Ausgangslage im Vogelsbergkreis bestätigt dies. Hier sei übrigens auch an das Markt(forschungs)modell erinnert, das aufzeigt, wie mit einem geringen Bedarf umzugehen ist, wenn es demokratietheoretisch unerlässlich ist, seinen Gegenstand nicht zu vernachlässigen (vgl. S. 217 im Bericht und die entsprechenden Kapitel in Band I der Gesamtarbeit). Allerdings darf der Aufwand, der mit einer solchen umfassenden Kampagnenarbeit und der (in diesem Fall nicht Nachfrageorientierung, sondern) Vermarktung eines Angebots verbunden ist, nicht ausgeblendet werden.

Die Erfahrungen aus dem Vogelsberg untermauern die Befunde, die der Bericht zur Aktualität (vgl. S. 148 ff. im Bericht), zum notwendigen Lebensbezug bzw. zur Bedeutung der Regionalität (vgl. u.a. S. 114 und 130 im Bericht), zur Nähe der Bildungsaktivitäten (vgl. S. 209 ff. im Bericht), zur Information und auch häppchenweisen, aber kontinuierlichen Darbietung und zur Kompaktheit auch mittels Informationsständen etc. (vgl. u.a. S. 195 ff. im Bericht) vorgelegt hat und die Schlussfolgerungen, die daraus gezogen werden (s. Artikel in "Aus Politik und Zeitgeschichte" Nr. B-45/02). Durch die ständige Präsenz und durch das Erreichen der Menschen wurde das Thema zum beherrschenden Thema in der Region, schuf sozusagen seine eigene Aktualität und einen Lebensbezug. Auch bestätigt die Aktivierung der 18 Personen, die weitestgehend in die Rolle der Kampagnenmacher schlüpfen, weitere Schlussfolgerungen zum Bericht (s. am Ende des Artikels in "Aus Politik und Zeitgeschichte" Nr. B-45/02) und die positiven Erfahrungen des Büdinger Kreis e.V. mit seinen Demokratiewerkstätten als selbstorganisierte Bildungsarrangements.

Im Bericht wurde auch gefordert, sich gegenüber den Bürgern ständig als Ansprechpartner zu positionieren, auch mit Hilfe kompakter Informationsangebote (vgl. S. 109 ff. im Bericht). So kann eine Dienstleistungsfunktion geschaffen werden, die eine Servicerolle politische Bildung in der Wahrnehmung der Menschen einer Region verankert und auf die diese dann mit ihren Fragen zukommen. Auch das ist im Vogelsbergkreis eingetreten, hier kamen Menschen auf die Initiatoren zu und wiesen auf intolerantes Verhalten der Mitbürger hin bzw. suchten den Rat der KVHS. Auch die These, dass durch eine große Reichweite und Nutzenorientierung die Begehrlichkeit der Politik an politischer Bildungsarbeit geweckt werden kann (s. Anfang und Ende des Artikels in "Aus Politik und Zeitgeschichte" Nr. B-45/02), wird durch die Initiative im Vogelsbergkreis bestätigt, denn die Politik (Landrat) ist es nun, die die KVHS zur Weiterführung der Arbeit in diesem Punkt anregt.

Um die Erfahrungen und positiven Ansätze der Initiative weiteren Kreisen zugänglich zu machen, schlug der Büdinger Kreis e.V. den Initiatoren vor, eine Wirkungsanalyse vorzunehmen, um festzustellen, wer die Veranstaltungen besucht (sind es neue und bisher nicht erreichte Menschen) und ob sich etwas Messbares in der Einstellung der Vogelsberger verändert hat. Dies, aber vor allem das Projekt, sollte dann z.B. in einer Kooperation mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung veröffentlicht werden.

Mit der KVHS Lich ist nun - bestärkt durch die Ergebnisse des Berichts - ein Kooperations-/Modellprojekt zum Ausbau der VHS als (zunächst stationäres) Servicezentrum geplant.

 

Erstmals befasste sich eine Tagung im Bereich der außerschulischen politischen Bildung mit der Frage "Was können wir messen? – Evaluation von Wirkung in der politischen Bildung", die auch gleich auf eine große Nachfrage im Fach stieß. Hier wurde erneut deutlich, dass es sich bei dem Nidderau-Projekt (NidP) um das erste umfassende Evaluationsprojekt im Bereich der politischen Bildung handelt, das nicht ausschließlich der Programm- und Eigenevaluation diente, sondern der Verbesserung politischer Bildungsarbeit. Heute gültige Evaluationsstandards wurden zum Großteil auch schon während des NidP angelegt. Es wurde deutlich, dass Wirkungsforschung in der politischen Bildung besonders dringlich wird und daher stärker in das Interesse der Bildungsträger rückt, weil es zunehmend von der Weiterbildungsgesetzgebung als Grundlage einer Förderung eingefordert wird. Der Vortrag zum NidP ist in der Rubrik "Ausgangssituation Bericht" (Unterrubrik "Vorläuferstudie" - am Ende der Seite) als pdf erhältlich.

Demzufolge ist das Bestreben, durch den Bericht politische Bildung (Marktforschung) und das Nidderau-Projekt (Wirkungsforschung) mehr Transparenz ins Fach zu bringen, diese offensiv einzufordern und durch die Entwicklung von Instrumentarien und Studien zu fördern auf der Höhe der Zeit und auch eine (letzte?) Chance zur Umgestaltung des Fachs.

 

Auch in Thüringen wurde dies (s. Veranstaltungsbericht zuvor) anhand des neuen Weiterbildungsgesetztes deutlich. Infolge dessen forderten im März 2003 in Weimar die Teilnehmer einer Veranstaltung (Vertreter von Bildungsträgern) der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen (es ging hier u.a. um den Bericht politische Bildung 2002) regelmäßige Treffen zum Erfahrungsaustausch und eine Folgeveranstaltung, in der es um die konkrete Umsetzung von Evaluation in der politischen Bildungspraxis gehen soll. Zentraler Bestandteil soll hier die Erfahrung aus dem NidP sein. So entstand spontan das, was der Büdinger Kreis e.V. gemeinsam mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und dem C.A.P. München 2002 in Hessen für die politische Jugendbildung initiierte und moderiert: ein landesweites Netzwerk politische Bildung.

Mit Blick auf die Ergebnisse des Berichts politische Bildung 2002 interessierten die Teilnehmer auch hier besonders die Fragen der Aktualität und der konkreten Nützlichkeit/Dienstleistung von Angeboten politischer Bildung. Jeder Bildungsträger wird sich fragen müssen, ob er in den Zeiten vor, während und nach dem Golf-Krieg 2002/2003 neutrale (!) Angebote politischer Bildung gemacht hat, die den Mobilisierungsgrad und Diskussionsbedarf der Menschen gerecht geworden sind und dem Gefühl der Ohnmacht (nach Anbruch des Krieges) und der Orientierungslosigkeit entgegengetreten sind ("Informations- und Diskussionsventile" geschaffen haben). Die Landeszentrale will darüber nachdenken, ob sie eine Task Force und Mittel bereitstellen kann, um die Träger in aktuellen Lageentwicklungen zu unterstützen. In dem Zusammenhang wurde die Frage kontrovers diskutiert, ob es politische Bildung in Deutschland überhaupt geschafft hat, eine bessere Bilanz vorzulegen, trotz deutlich besserer Subventionierung und Ausprägung ihrer Strukturen als in anderen westeuropäischen Staaten oder den USA. Hieraus erklärt sich aus Sicht des Autors der Druck auf ihre Institutionen und die Frage der Notwendigkeit einer nutzbringenden Dienstleistungsfunktion gegenüber den Bürgern.

 

 

Hier finden Sie eine Zusammenfassung des Veranstalters: Veranstaltungsbericht http://www.politische-bildung-brandenburg.de/programm/veranstaltungen/2003/okt21.htm

 

 

 

Geplant:

 

 

 

 

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